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Weihnachtsbaum schlagen in Kunow – ein Erlebnisbericht

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Am 17. Dezember 2011 war es wieder soweit: der diesjährige Weihnachtsbaum wurde bei Kunow in der Uckermark frisch geschlagen.

Grüne Weihnachten in und um KunowIm Vergleich zur letztjährigen Aktion konnte das Wetter ja nicht gegensätzlicher sein.
Herrschten im letzten Jahr (ich glaube es war der 19. oder 20. Dezember) eisige Temperaturen um -13 °C bei jeder Menge Schnee (siehe Bericht), musste man dieses Mal mit milden Temperaturen von 4 °C und jeder Menge Nässe von unten und oben vorlieb nehmen.

Dennoch war es auf der Weihnachtsbaumplantage bei Kunow wieder einmal recht voll. Es war schließlich das 4. Adventswochenende, so viele Gelegenheiten für einen Baum bieten sich nun nicht mehr.
Wasserschlacht in KunowObwohl es während meiner Anwesenheit in der Schonung trocken war (ab und an kam sogar die Sonne heraus), muss es zuvor ausgiebig geregnet haben. Das ganze Gelände war eine einzige Schlamm- und Wasserwüste, wie man auf den Bildern sehen kann.
Im letzten Jahr war man vom Schnee durchnässt, dafür aber sauber. Dieses Jahr kam man nass und schlammbeschmiert aus der Schonung, als handelte es sich um eine Baustelle.
Einen Vorteil hat dieses Wetter ja. Man sieht den Bäumen sofort an, ob sie geeignet sind oder nicht. Kein vom Schnee freischütteln und enttäuscht sein mehr. Aber damit auch kein Gefühl der Erwartungshaltung und Überraschung …

Weihnachtsbaumplantage bei Kunow/UckermarkLetztes Mal tummelten sich die Leute überwiegend in dem Bereich rund um den Eingang und dem davon wegführenden Waldweg. Jetzt hat das Gros der Weihnachtsbaumjäger die Schonung rechts davon entdeckt. Auf diesen Abschnitt hatte ich schon im letzten Jahr vorausschauend meine Hoffnungen gesetzt.
Ich war dann aber doch etwas enttäuscht. Das Manko an Kunow ist ohnehin die fehlende Vielfalt im Angebot an Baumsorten. Die Nordmanntanne ist zwar mit Abstand der beliebteste Christbaum in deutschen Wohnzimmern und natürlich trägt der Anbieter in Kunow dieser Tatsache Rechnung – aber wenigstens ein, zwei Bäume anderer Art könnten nicht schaden. Die Anpflanzung fast aller Bäume dort ist ein paar Jahre her und im Bestand nicht mehr zu ändern, aber als Anregung für das zukünftige Angebot sei gesagt: auch andere Arten eignen sich als Weihnachtsbaum und würden sicher gern genommen.

Bei der Mehrzahl der Bäume hat mir der Wuchs definitiv nicht gefallen. Vielleicht bin ich da zu anspruchsvoll, aber ich hätte nicht gedacht, so lange für die Auswahl eines Baumes zu brauchen.
Der perfekte Baum muss ja einigen Ansprüchen genügen. Er sollte gleichmäßig gewachsen sein, nicht zu viel “Fleisch” und auch nicht zu wenig aufweisen (der Raum zum Beschmücken und Kerzen verteilen), keine braunen Stellen aufweisen usw. Viele Exemplare zeigen auf anderthalb Meter ein schönes Wachstum, schießen aber dann nur noch kahl in die Höhe. Und da sich der Preis aus der Wuchshöhe ergibt, kamen diese Bäume nicht in Betracht. Dann gab es Bäume, die waren eigentlich völlig in Ordnung; nur mit dem Makel, dass die Spitze doppelt vorhanden war (sogenannter Leierwuchs). Schade drum, aber so einen Baum nimmt keiner.
Wenn der Pflanzabstand zum Nachbarn zu gering ist, entwickelt sich keine Basis – aber einen zylindrisch geformten Baum möchte ich nicht. Der sollte schon einem spitzwinkligen Dreieck entsprechen. Wie man sich das eben so vorstellt.

Baum fällt ...Die Beute wegtragenLetztlich habe ich aber ein recht ansehnliches Exemplar aufgespürt und ruckzuck gefällt. Das Gute daran ist ja, dass man bei aller Unkerei doch immer das findet, wonach man gesucht hat.
Dadurch, dass der Schnee fehlte, konnte man den Baum nicht einfach zur Kasse schleifen, sondern musste ihn den ganzen Weg zurück tragen. Da kam dann doch noch etwas Anstrengung ins Spiel.
Bei dem Matschwetter hatte ich dieses Mal keine große Lust, noch am Lagerfeuer eine Bratwurst und einen Glühwein zu nehmen. Zumal auch noch ein Besuch beim Weihnachtsmarkt im Alten Marstall von Boitzenburg auf dem Plan stand.

Bei der Rückfahrt nach Berlin habe ich immer so meine Bedenken, ob das auch alles klappt mit dem Baum. Aber wie auch davor gestaltete sich die Zugfahrt unkompliziert und ereignislos. Gleiches gilt auch für die S-Bahn und den Bus (wobei die Fahrer dort am zickigsten sind und einen am liebsten draußen lassen würden). Manche Leute schauen etwas komisch, wenn man “mit Baum reist”, aber das war es dann auch schon.

Fazit: Bei allem Verdruss über das Wetter und den Aufwand kann ich jedem nur empfehlen, mal den Weihnachtsbaum selbst zu fällen. Man wird danach nichts anderes wollen. Vor allem für Familien mit Kindern ist das ein echtes Erlebnis, was man den Kleinen nicht alle Tage bieten kann.

Über die richtige Behandlung des Baums bis zum Erstrahlen habe ich diesen Artikel mit Tips und Hinweisen parat.

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